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Alle gesteuerten Biegemaschinen müssen mit EU-Richtlinien versehen sein. Foto: Jorns

Technik

16. February 2011 | Teilen auf:

Richtlinien Biegemaschinen

Neue Richtlinie beachten: Die EU fordert einheitliche Sicherheitseinrichtungen bei Biegemaschinen. Lesen Sie, was Klempner-Fachbetriebe bei einem Kauf zu beachten haben und welche Folgen bei fehlender Sicherheitsausrüstung entstehen können.

Im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft wurde am 9.6.2006 die neue Maschinenrichtlinie MRL 2006/42/EG veröffentlicht, die sich unter anderem mit Schutzmaßnahmen an Schwenkbiegemaschinen beschäftigt. Mit diesem Datum begann eine 24-monatige Umsetzungsfrist, in der die einzelnen Mitgliedstaaten den Inhalt der neuen Richtlinie in ihr nationales Recht umsetzen mussten. Dem folgte eine 18-monatige Übergangsfrist, so dass die neue Richtlinie ab dem 29.12.2009 ihre vollständige Gültigkeit hatte. Die Richtlinie beinhaltet die folgenden Grundsätze für die Integration der Sicherheit beim Maschinenbetrieb:

1. Die Maschine ist so zu konstruieren und zu bauen, dass sie ihrer Funktion gerecht wird und unter den vorgesehenen Bedingungen Betrieb, Einrichten und Wartung erfolgen kann, ohne dass Personen einer Gefährdung ausgesetzt sind.

2. Bei der Wahl der angemessenen Lösungen muss der Hersteller folgende Grundsätze anwenden, und zwar in der angegebenen Reihenfolge:

Beseitigung oder Minimierung der Risiken soweit wie möglich (Integration der Sicherheit in Konstruktion und Bau der Maschine);

- Ergreifen der notwendigen Schutzmaßnahmen gegen Risiken, die sich nicht beseitigen lassen;

Unterrichten der Benutzer über die Restrisiken aufgrund der nicht vollständigen Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen.

Hinweis auf eine eventuell erforderliche spezielle Ausbildung oder Einarbeitung und persönliche Schutzausrüstung.

3. Die Maschine muss mit allen Spezialausrüstungen und Zubehörteilen geliefert werden, die eine wesentliche Voraussetzung dafür sind, dass die Maschine sicher eingerichtet, gewartet und betrieben werden kann.

Sicherheit nicht zum Nulltarif

"Unter dem Strich bedeutet dies für uns Hersteller, dass die Umsetzung der neuen Sicherheitsbestimmungen keine Option, sondern eine unabdingbare Pflicht darstellt und dies ist auch gut so. Auch aus unserer Sicht sind die Bestimmungen zum Schutz der Maschinenanwender, also der Klempner und Spengler, notwendig. Zudem sind sie für den gesamten europäischen Raum verbindlich und bieten uns künftig Schutz vor Wettbewerbsverzerrungen die Sicherheitsausrüstungen verursachen einen sehr hohen Anteil des Verkaufspreises. Bereits vor Ablauf der Deadline am 29.12.2009 erfolgte in unserem Haus die Umsetzung der MRL. Alle Maschinen, die unsere Produktionshallen verlassen, werden entsprechend der neuen Maschinenrichtlinie ausgerüstet und ausgeliefert", verdeutlicht Marc Jorns, Geschäftsführer des Biegemaschinenherstellers Jorns AG in der Schweiz. In unseren Textkästen haben wir einige Maschinenanwendungen bei Biegemaschinen und Auszüge aus dem Sicherheitskonzept nach MRL mit den notwendigen Ausrüstungen der Jorns-Biegemaschinen dargestellt.

Regressforderungen bei Personenschäden In ihrer Broschüre weist die Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft darauf hin, dass jeder Maschinenkäufer Anspruch auf eine Maschine hat, die den Forderungen der MRL entspricht. Da der Betreiber, zum Beispiel ein Klempner-Fachbetrieb, gemäß Betriebssicherheitsverordnung nur sichere Arbeitsmittel zur Verfügung stellen darf, empfiehlt die BG eine sicherheitstechnische Überprüfung vor der ersten Inbetriebnahme und vor der vollständigen Zahlung des Kaufpreises. Dies erscheint insbesondere notwendig, um Sanktionen durch Überwachungsbehörden, kostenintensive Nachrüstungen auf eigene Kosten und Regressforderungen, beispielsweise nach Unfällen, zu vermeiden. Weitere Tipps der Berufsgenossenschaft sind die Einbeziehung Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Nutzung von Checklisten der Fachstelle "Maschinensicherheit" für wichtige Maschinen. Diese sind kostenlos im Internet unter www.mmbg.de → Fachstellen → Fachstelle Maschinensicherheit → Veröffentlichungen abzurufen. Bei sonstigen Unklarheiten können auch die zuständigen Aufsichtspersonen der jeweiligen Berufsgenossenschaft weiterhelfen.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im klempner magazin 03|2010.

Weitere Informationen:

www.jorns.ch