Anspruchsvolle Klempnerfassaden zählen schon lange zum Portfolio der Firma Schabos aus Nordwalde. Für das neue Rechenzentrum der BTU Cottbus mussten Heinz-Jürgen und Josef Schabos jedoch alle Register ziehen – Zielvorgabe: U Wert 0,21 W/(m² · K).
Das vom gesamten Kostenvolumen zweitgrößte Hochschulbauvorhaben des Landes Brandenburg war 2013 der essentiell wichtige Neubau eines Verfügungsgebäudes der Technischen Universität Cottbus (BTU). Als technisches Herz der Universität wurden hierin auf 1.780 Quadratmetern PC-Labore, Seminarräume, Forschungs- und Büroräume für die Fakultät Informatik sowie ein neues Universitätsrechenzentrum untergebracht. In dieses Gebäude mit Gesamtbaukosten in Höhe von 21,6 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EFRE-Mittel der EU flossen 2012 allein 6,9 Millionen Euro. Der Neubau wurde planmäßig nach nicht ganz zweieinhalb Jahren Bauzeit im Sommer 2013 fertiggestellt.
Die Architekten Bez + Kock fügten das neue kompakte quadratische Gebäude mit etwa 40 Metern Seitenlänge in die Reihe der Bestandsgebäude entlang der zentralen Fußgängerallee der BTU ein. In dem viergeschossigen Gebäude sind die Funktionen hinsichtlich Nutzerfrequenz von unten nach oben gestaffelt angeordnet. Im EG befinden sich übergeordnete Seminarräume im 1. und 2.OG die Räume der Professoren mit zugehörigen Seminarbereichen, im 3.OG schließlich das Rechenzentrum.
Demzufolge staffelt sich auch der Grad der Transparenz der Fassade vom umlaufend gläsernen Erdgeschoss bis zum völlig geschlossenen Dachgeschoss.
Als Fassadenkonstruktion kam eine vorgehängte hinterlüftete und wärmegedämmte Außenwandbekleidung zur Ausführung. Die Bekleidung erfolgte mit horizontal angeordneten handwerklichen Winkelstehfalzscharen aus werkseitig voroxidiertem Tecu Kupferblech. „Bis dahin, kein Problem. Bei genauem Studium der Ausschreibungsunterlagen wurde jedoch sonnenklar klar, dass wir mit diesem Projekt einige anspruchsvolle Aufgaben lösen müssen“, kündigte Klempnermeister seine Schilderungen an.
Konstruktives U-Wert „Tuning“
„Als erste Aufgabe galt es, mit dem gesamten Konstruktionsaufbau einen U Wert unter 0,21 W/(m² · K) zu erreichen. Dies war mit den üblichen Standards bei diesen Anforderungen nicht möglich. Um die passende Lösung zu finden, waren die Zusammenarbeit mit dem Planer und dem Dämmstoffhersteller sowie der Vergleich verschiedener Unterkonstruktionssysteme erforderlich. Nach Abwägungen mehrerer Varianten und einigen statischen Nachberechnungen kamen wir am Ende mit einer 300 mm dicken vlieskaschierten, formstabilen Fassadendämmung Rockwool Fixrock 033 VS sowie mit einer speziellen Unterkonstruktion des Fabrikats BWM Zela zurecht, da sie sich durch einen geringeren Wärmebrückenübergang auszeichnet als andere vergleichbare Systeme. Mit dem rechnerisch ermittelten U-Wert von 0,158 W/(m² · K) hatten wir ausreichend Sicherheit und letztendlich Baufreigabe“, erklärt Heinz-Jürgen Schabos. Zusammen mit den auszugleichenden Rohbautoleranzen, dem Hinterlüftungsraum sowie dem Trapezblech als Befestigungsgrund beträgt der gesamte Konstruktionsaufbau immerhin rund 400 Millimeter. Abgesehen von den Brandschutzanforderungen an öffentliche Bauten wäre dies mit einer Holzkonstruktion nie wirtschaftlich umsetzbar gewesen.
Klaus Siepenkort
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin 02/2014.
