Der Willinga Park vereint Architektur und Landschaft. Die Gebäudehülle der 32 zum Teil ineinander verschachtelten sowie freistehenden Pferdeställe sind mit Kupfer bekleidet. (Quelle: Willing Stables/COX Architects)
Der Willinga Park vereint Architektur und Landschaft. Die Gebäudehülle der 32 zum Teil ineinander verschachtelten sowie freistehenden Pferdeställe sind mit Kupfer bekleidet. (Quelle: Willing Stables/COX Architects)

Technik

05. May 2021 | Teilen auf:

Scharen für die Luxusställe

Sonderkonstruktionen: Für den australischen Spengler-Fachbetrieb ARC-Roofing sind außergewöhnliche Projekte mittlerweile der Standard. Hierzu zählt ohne Zweifel der Willinga Pferdepark mit seinen „verkupferten“ Luxusställen. Nahezu alle Profile wurden in der Freiluftwerkstatt vor Ort geformt.

Klaus Siepenkort / Volker Raedel

Der Willinga Pferdepark befindet sich in Bawley Point, New South Wales, etwa 2 ½ Autostunden von Australiens Hauptstadt Canberra entfernt. Die Parkanlagen zeichnen sich aus durch eine Kombination außergewöhnlicher Architektur mit modernster Pferdetechnologie. Pferdeveranstaltungen, Spaziergänge durch Gärten und Skulpturenwege, „Jurassic Park mit Pferden“ sowie Filmsets und Fotoshootings sorgen für ein besonderes Besuchererlebnis.

Um eine weitgehend ebene Oberfläche der Untersichtbekleidungen zu erzielen, kam die sogenannte Flatlock-Verbindungstechnik zur Anwendung. (Quelle: ARC Roofing, Sydney)

Die Reitanlage auf dem riesigen 800 Hektar (= 8 km²) großen Areal ist mit zahlreichen Architekturpreisen ausgezeichnet. Sie verfügt über Einrichtungen für die Betreuung und Training der Reittiere sowie für Veranstaltungen in allen Pferdedisziplinen. Es gibt eine überdachte Arena, drei Außenarenen, Trainingsplätze sowie 32 Luxusställe, um die es in diesem Bericht geht. Urheber dieser Anlage ist der vermögende Terry Snow, der mit einer ausgeprägten Leidenschaft für den Pferdesport ausgestattet ist, von der Dressur bis hin zum Rodeo – ausgenommen Pferderennen. Der innovative Unternehmensgründer ist Vorstandsvorsitzender der Capital Airport Group und war verantwortlich für die Entwicklung des Flughafens Canberra. Terry Snow genießt einen guten Ruf aufgrund seines sozialen Engagements. Zusammen mit seinem Bruder George gründete er die Snow Foundation und unterstützt hiermit regionale Wohltätigkeitsorganisationen mit hohen Millionenbeträgen.

Durchlüftete Stallungen

Willinga Park vereint Architektur und Landschaft und schafft eine Gesamtumgebung für Menschen, Pferde und Natur. Das Reitzentrum mit seinem Gebäudeensemble, bestehend aus 32 zum Teil ineinander verschachtelten sowie freistehenden Pferdeställen, gestalteten COX Architects aus Canberra streng nach den Wünschen und Qualitätsansprüchen des Bauherrn. Sein Motto lautete „only the best will do”. Damit meinte er modernste Technik, nachhaltige Werkstoffe und handwerkliche Bestleistungen bei der Bauausführung. Die realisierte Architektur und Technik der Stallungen bilden eine Symbiose. Zum einen fügen sie sich mit ihren asymmetrischen Geometrien perfekt in die Landschaft ein.

Gleichzeitig fangen die durchdachten Formen und ihre geografische Ausrichtung die Küstenbrise ein – sie sorgen für natürliche Belüftung und Tageslicht in den Ställen, alles zum Wohl der wertvollen Tiere und zur Freude der Besucher.

Ideen verwirklichen

Freude kam auch bei dem ARC Roofing and Wall Cladding aus Sydney auf, als Inhaber Juerg Wilk den Auftrag zur Ausführung der Spenglerarbeiten erhielt. Denn es galt, sämtliche Dach- und Fassadenkonstruktionen herzustellen und mit einer Hülle aus Kupferblech zu versehen. Bis zur Fertigstellung verbaute der gebürtige Schweizer Spenglermeister mit seinem Team insgesamt rund 60 Tonnen Kupfer- und 10 Tonnen Zinkblech. „Die Aufträge kommen natürlich nicht von allein.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem präventiven Brandschutz. Als tragende Struktur kamen hauptsächlich nicht brennbare Werkstoffe zum Einsatz. (Quelle: ARC Roofing, Sydney)

Wir sind seit vielen Jahren in Australien tätig, gut vernetzt und führen unsere Arbeiten konsequent nach dem hohen Qualitätsstandard aus – so, wie wir es aus der Schweiz gewohnt sind. Das ist unser Mindestanspruch“, berichtet Juerg Wilk. „Da wir schon zuvor Terry Snows Standhaus verkleidet haben, erhielten wir eine Einladung zum gemeinsamen Beratungsgespräch mit dem Architekten. Dabei haben wir Ideen und Details zur technischen Umsetzung der Architektur entwickelt und konnten damit letztendlich überzeugen“, freut sich der diplomierte Spenglermeister.

Den ganzen Artikel können Sie in der aktuellen Ausgabe 3.2021 des KlempnerMagazins nachlesen.

zuletzt editiert am 05.05.2021