ZDM_04_2011_104_BU_01_IMG_4728.jpg
Eine Schindelfassade aus natureloxiertem 2,0-mm-Aluminium prägt das moderne Erscheinungsbild des Gebäudes. Deutlich erkennbare Lichtkanten und einzelne Schindeln gehen im Gesamtbild fließend in einander über.Foto: Prestle

Technik 2011-06-21T00:00:00Z Schlank gefaltet

Repräsentativ sollte sich das neue Technologie- und Dienstleistungszentrum des Maschinenherstellers Vollmar zeigen. Erfahren Sie, mit welchem Fassadensystem die Firma Prestle aus Biberach ein Industriegebäude im High-End Format gestaltete.

Die Vollmer Werke GmbH existiert seit mehr als hundert Jahren und ist spezialisiert auf die Herstellung modernster Schärf- und Erodiermaschinen für die Holz und Metall verarbeitende Industrie. Die Zentrale der Firmengruppe in Biberach/Riß bildet das Kompetenzzentrum für die Produktentwicklung und Konstruktion. Das Unternehmen ist weltweit tätig und beschäftigt in den Produktionsstätten Biberach sowie in Mörlenbach und Taicang in China mehr als 700 Mitarbeiter. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung errichtete das Unternehmen am Stammsitz Biberach ein neues Technologie- und Dienstleistungszentrum. Integriert sind eine Maschinenausstellung zur Präsentation und Schulung, sowie Seminarräume für Kunden und Mitarbeiter. Als Welt-Marktführer in seinem Fertigungssegment wurde der Maschinenhersteller am heimischen Standort jedoch kaum wahrgenommen. Beim der Unternehmenserweiterung sollte sich dies ändern. Bisher prägten reine Zweckbauten das Erscheinungsbild des Unternehmens der Neubau sollte sich nun repräsentativ zeigen und die Marke "Vollmer" auch in der Architektur der Erweiterungsbauten darstellen. Hierzu entwickelte die beauftrage Planergemeinschaft CGA GSA ein interessantes und einmaliges Konzept, für dessen Umsetzung die ortsansässige Firma Prestle aus Biberach den Auftrag erhielt.

ZDM_04_2011_104_BU_04_IMG_0125.jpg
Mit Klopfholz, Schutzblech und Hammer fügten die Fassadenmonteure Schindel für Schindel präzise und kraftschlüssig in die Falzverbindungen.Foto: Prestle

Licht- und Schattenkanten

In Anlehnung an konventionelle Industriebauten mit der üblichen Trapezblechverkleidung kam für die Fassaden ebenfalls Metall zur Ausführung, jedoch wurde die Oberfläche sehr individuell plastisch gestaltet, sodass der Baukörper "auf subtile Art in einen Dialog mit der Umgebung tritt". Je nach Tageslicht verändert sich die plastische Erscheinung der Metalloberfläche. Verwendet wurde hierfür Aluminium; die Materialwahl leitete das Planungsteam aus der Werkzeugtechnologie ab.

Ausgangspunkt für die Gestaltung der Fassade war die Vorstellung, gefaltetes oder zerknittertes Metall zu simulieren. "Um diesen Effekt darstellen zu können, fertigten wir zunächst verschiedene 1:1 Muster an. Gewählt wurde eine horizontal angeordnete Rechteckschindel im Format 3000 × 800 Millimeter aus zwei Millimeter dickem natureloxiertem Aluminiumblech. Die Dreidimensionalität erzielten wir mit einer Art Zickzack-Faltmuster aus 18 vertikalen, wechselseitigen Kantungen von jeweils fünf Grad auf jeder Schindel. Nach einem vorgegebenen Kantprinzip verläuft keine Kantung parallel zur nächsten. Die Schindeln bezeichnen wir aufgrund der individuellen Gestaltung auch als ‚Architekturschindeln‘. Da wir kein Detail dem Zufall überlassen wollten, fertigten wir zunächst Musterwände mit allen relevanten Eckausbildungen und Anschlüssen an. So konnten die Architekten ihre Ideen noch weiter optimieren und wir die Fertigungs- und Montageabläufe testen", schildert Prestle-Prokurist Franz Zimmermann.

Klaus Siepenkort und Franz Zimmermann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 04|2011.

zuletzt editiert am 15. April 2021
Newsletter