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Klaus-Dieter Ziegler: "Bei meinen Überlegungen zur Auswahl des Meisterstücks war es mir wichtig, die traditionellen Arbeitstechniken des Klempnerhandwerks anzuwenden."Foto: Klaus-Dieter Ziegler

Wissen 2011-02-16T00:00:00Z Schwanenhals mit Herz

Serie Meisterstücke: In dieser Ausgabe präsentiert Klempnermeister Klaus-Dieter Ziegler etwas Besonderes: Einen konischen, herzförmigen Schwanenhals. Er zeigt, wie der Entwurf zustande kam und welche Klempnertechniken er anwendete.

Bei meinen Überlegungen zur Auswahl des Meisterstücks war es mir wichtig, die traditionellen Arbeitstechniken des Klempnerhandwerks anzuwenden. Dabei erinnerte ich mich an eine Arbeit des Vaters eines Freundes, der ebenfalls Klempnermeister war; er hatte einen schönen konischen Schwanenhals gebaut. Mir war schnell klar, dass ich dieses Stück nachbauen wollte.

Die ersten Entwürfe des Schwanenhalses, die sich in Form, Größe und Anzahl der Segmente unterschieden, zeichnete ich per CAD, um einen "Goldenen Schnitt", also die richtigen Proportionen zu finden. Die größte Herausforderung stand mir jedoch mit der technischen Zeichnung und der Abwicklung noch bevor. Am schwierigsten war dabei die Ermittlung des Rinnenausschnittes am Kopfstück. Das Dreiecksverfahren konnte wegen der Ungenauigkeit nicht angewandt werden. So musste jedes Segment jeweils in einen spitzovalen Konus gezeichnet und mittels 38er-Teilung abgewickelt werden. Das Kopfstück zerlegte ich in 26 spitzovale Schnittflächen, um den Ausschnitt für das Rinnenfutter sowie die Abwicklung der Rinnensegmente zu erhalten. Nach über 350 Stunden war die Zeichnung endlich fertig.

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Der Bau des Grundkörpers wurde segmentweise mit einem selbst entworfenen und hergestellten Prüfgerippe kontrolliert und stabilisiert. Foto: Klaus-Dieter Ziegler

Planen, prüfen, bauen

Jetzt galt es, die Abwicklung des Körpers zu überprüfen. Hierzu baute ich zunächst einen Prototyp aus Titanzink, der auf den Millimeter genau passte. Die Abwicklungen der einzelnen Segmente wurden mittels Weichlöten an den Gehrungsschnitten stumpf zusammengefügt. Abschließend musste ich noch die Falzzugaben ergänzen und konnte dann mit dem Original beginnen. Der Schwanenhals ist wie folgt konstruiert:

Die Verbindung der Segmente des Grundkörpers sind nach außen mit einem drei Millimeter einfachen Mantelfalz gefügt, die Längs- und Mantelfalze habe ich von innen weichgelötet. Das obere Ende des Schwanenhalses schließt mit einer 16-Millimeter-Wulst ab, wobei die zweiteilig gezogenen Wulsthälften stumpf durch WIG- Schweißen miteinander verbunden sind. Ich habe sie anschließend zehn Millimeter überlappend auf das Kopfsegment aufgesteckt und verlötet.

Das untere Ende des Schwanenhalses bildet als letztes Segment den Übergangskörper von Konisch-oval auf Rund, mit einem Durchmesser von 98 Millimetern. Das Segment ist mit einem Sechs-Millimeter-Längsfalz nach innen durchgesetzt.

Das Rinnenfutter besteht aus zwei Rinnensegmenten, die mit einem Fünf-Millimeter-Falz nach innen in das Kopfstück eingefalzt und verlötet sind. Zum Schluss wird eine handelsübliche 333 Millimeter halbrunde Rinne mit Lochausschnitt in das Rinnenfutter eingedreht und eingeschoben. Für den Lochausschnitt verwendete ich eine Schablone der Firma Grömo, die die Ablaufleistung nach DIN EN 12056-3 sicherstellt.

Materialeinsatz

Das gesamte Meisterstück fertigte ich aus 0,7 Millimeter dickem Kupferblech des Fabrikats Tecu Classic der Fima KME. Es trägt die Werkstoffkennzeichnung SF DHP Cu R240 0,7.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie im klempner magazin Ausgabe 2|2010.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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