Das Tagungszentrum des Erzbistums Köln beeindruckt durch seine eigenwillige Architektur. Jetzt wurden die Dächer unter Einsatz von Walzblei saniert und für Jahrzehnte sicher verwahrt.
Mitten in Köln, nur wenige Gehminuten von Dom und Hauptbahnhof entfernt, liegt das Maternushaus des Erzbistums Köln mit angeschlossenem Hotel und Restaurant. Nach außen zeigt das Tagungszentrum des Maternushauses zwei unterschiedliche Gesichter. Auf der Ostseite wirkt das Gebäude blockhaft und schottet sich mit hohen Ziegelmauern gegen den Großstadtlärm ab. Die Wahl der Werkstoffe verstärkt den besonderen Charakter des Gebäudes. Eine zentrale Rolle übernimmt Walzblei, das vielfach an Dach und Fassade zum Einsatz kam. Der Werkstoff bietet neben einer hohen Witterungsbeständigkeit auch einen zuverlässigen Schallschutz. So trägt die Materialwahl maßgeblich dazu bei, dass das Maternushaus eine Oase der Ruhe in der pulsierenden Großstadt ist. Folgerichtig wurde das Gebäude mit dem Kölner Architektenpreis, dem ältesten deutschen Preis für Architektur, prämiert.
Zwar hatte die Bleideckung das Gebäude jahrzehntelang vor allen Witterungs- und Umwelteinflüssen bewahrt. Nach gut 30 Jahren traten jedoch feuchte Flecken an einzelnen Decken und Wänden auf. Offenbar waren Teilbereiche der Dacheindeckung schadhaft. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, zog die Bauabteilung des Bistums die Firma Michael Nebeler aus Bedburg zurate. Klempner- und Dachdeckermeister Michael Nebeler verfügt über langjährige Erfahrungen in der Verarbeitung und Qualitätsprüfung von Metalldächern aus Walzblei. Ausgangspunkt bildeten ausführliche Dachbegehungen mit Vertretern des Kölner Architekturbüros Orend + Erkens. Der Dachspezialist nahm alle sensiblen Dachbereiche und Nahtstellen gründlich unter die Lupe. Hierbei zeigte sich, dass die Feuchtigkeitseintritte überwiegend durch konstruktive Fehler entstanden waren. Bleideckungen besitzen bei fachgerechter Verlegung eine deutlich längere Lebensdauer und gewährleisten einen dauerhaften Witterungsschutz. Bei der Erstdeckung wurden in diesem Fall einige Befestigungen und Anschlüsse nicht nach den geltenden Verarbeitungsregeln für Walzblei ausgeführt. So waren beispielsweise die Auftriebshafte angenagelt, aber die Nagellöcher teilweise nur 20 Millimeter überdeckt. Die Verarbeitungsregeln sehen eine Überdeckung von mindestens 50 Millimetern vor.
Sanierung mit Konzept

Mit einem überzeugenden Konzept erhielt die Firma Nebeler aus Bedburg den Sanierungsauftrag, der in mehren Abschnitten ausgeführt werden musste. Besonders betroffen waren das Kegeldach und das Satteldach oberhalb der Tagungssäle. Während das Kegeldach überarbeitet werden konnte, musste das Satteltach komplett neu gedeckt werden. Zunächst erfolgte eine Detailplanung mit dem Architekturbüro und dem Bauherrn. Die Baubeteiligten entschlossen sich, das vorhandene Deckbild beizubehalten. Die Konsequenz: Klempnermeister Nebeler musste bei dem Zuschnitt der neuen Bleischare stets die erforderlichen Überdeckungen hinzurechnen. Auch die sichtbaren Auftriebshafte sollten optisch unverändert bleiben. Aus funktionalen Gründen schweißte der Bleifachmann die Hafte auf jede Schar im Überdeckungsbereich nun auf, anstatt sie zu anzunageln und neue Durchdringungen zu erzeugen. Somit ist jetzt für eine optimale Regensicherheit gesorgt.
Zunächst sanierte der Fachbetrieb das Kegeldach mit 2,0 Millimeter dicken Bleiblechen. Hier war der Handlungsbedarf besonders groß, da aufgrund der flachen Dachneigungen von rund 20 Grad besonders bei Regen in Kombination mit Windeinwirkung viel Feuchtigkeit in die zu gering überlappten Quernähte gelangte. Um die erforderliche Überlappungslänge zu erzielen, falzte die Firma ein zusätzliches, etwa 400 Millimeter langes Bleiblech mit aufgeschweißten Haften im Nahtbereich der Hohlwulstdeckung ein; die Tafeln wurden quasi verlängert. Hierzu mussten die vorhandenen Wulste sorgfältig geöffnet und das Verlängerungsblech mit handwerklichem Geschick wieder eingefalzt werden. Auf eine Nachbehandlung mit Patinieröl wurde verzichtet, damit sich die neuen Bleibleche in der Freibewitterung schneller an die Patina der vorhandenen Bleiplatten anpassen und eine optische Einheit bilden.
Kai Christian Busch
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 03.2014.