Fachsymposium: Sicherheit, Ästhetik und Zukunftsperspektiven der Gebäudehülle waren die Themen des 11. Schweizer Spenglertages der Suissetec in Bern. Lesen Sie, was unsere Branchenkollegen in der Alpenregion bewegt.
Sich weiterbilden, sich vernetzen, Innovationen erleben und diese fördern dies waren die Ziele der Tagung in der schweizerischen Hauptstadt Bern. Der Schweizer Spenglertag ist vergleichbar mit dem Deutschen Klempnertag des ZVSHK und findet ebenfalls alle zwei Jahre statt. Er wird veranstaltet vom Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband (Suissetec) und dient der Fortbildung sowie dem fachlichen Austausch untereinander. Das Fachsymposium richtet sich an die gesamte Branche: an Spenglerunternehmer, deren Mitarbeiter oder an Spengler, die sich in einer weiterführenden Ausbildung befinden sowie an Industrie und Handel. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Fachausstellung mit knapp 30 Ausstellern, die teilweise national und teilweise international tätig sind. Der Veranstalter konnte sich über eine sehr hohe Beteiligung freuen: 530 Teilnehmer-/rinnen reisten für einen Intensiv-Spenglertag nach Bern. Einen großen Teil hierzu trägt die engagierte Spenglerabteilung der Suissetec bei, die sich zudem stark für den Nachwuchs einsetzt. Dies zeigte ein Azubi-Wettbewerb, in dem die Handwerksjugend selbst entworfene kunsthandwerkliche Spenglerarbeiten präsentierten. Die ausgestellten Arbeiten wurden während der Veranstaltung auf anerkennende und motivierende Weise hervorgehoben und im Rahmen der Veranstaltung prämiert. Dabei spielten nicht Perfektion, sondern die Kreativität und der persönliche Einsatz der angehenden Gesellinnen und Gesellen eine besondere Rolle. In diesem Zusammenhang machte die Suissetec auf die Nachwuchsprobleme vieler Unternehmen aufmerksam die auch in Deutschland präsent sind.
Suissetec-Präsident Peter Schilliger wies in seiner Begrüßung auf eine der Kernkompetenzen seines Verbandes hin: Energetisches Bauen und Sanieren. "Das Thema Energie rückt auch im Bereich Spenglerei/Gebäudehülle mehr und mehr ins Zentrum. Das ist eine riesige Chance für das Spenglerhandwerk", so Schilliger. Die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen am Markt sei riesig. "Hier müssen wir einhaken einerseits um die Zukunft unserer Branche zu sichern. Andererseits aber auch im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen sowie aus Verantwortung der Gesellschaft gegenüber."

Fachtagung mit Spektrum
Die Fachtagung deckte ein breites Spektrum ab. So gaben die Referenten aktuelle Informationen zu Technik insbesondere zur Bauphysik, Kalkulation, Ausbildung und Recht. Als Partner des Handwerks hatten Hersteller und Händler die Möglichkeit, in 5-Minuten-Intensivpräsentationen Produktneuheiten und deren Anwendung darzustellen. Auch in den großzügig bemessenen Pausen erfüllten Industrie und Handel die wichtige Aufgabe der Information und der Kontaktaufnahme zum Handwerk, was von den Fachbesuchern sehr intensiv wahrgenommen wurde. Auch Hersteller von Abdichtungsbahnen waren sehr präsent. Grund hierfür ist, dass zahlreiche Schweizer Spenglerbetriebe Flachdachabdichtungen aus Kunststoffbahnen in ihr Portfolio aufgenommen haben; eine Folge der kubischen Architektur dieser Zeit mit ihren Flachdachkonstruktionen so die Einschätzung der Hersteller und hierzu befragten Besucher.
Auch Vertreter des ZVSHK waren unter den Teilnehmern. Bereits am Vorabend trafen sich der deutsche und der schweizerische Fachverband, um aktuelle Themen zu erörtern und Schnittstellen für die Zusammenarbeit zu finden. Das "Netz-Werken" über die Landesgrenzen hinaus soll künftig regelmäßig stattfinden, waren sich ZVSHK und Suissetec einig. Die Delegation des Zentralverbandes SHK bestand aus der Projektgruppe Klempnertechnik, einer Abordnung der Bundesfachgruppe Klempnertechnik. Sie setzt sich aktuell zusammen aus den Mitgliedern und Klempner-/Spenglermeistern Ulrich Leib, München (Bundesfachgruppenleiter); Peter Neß, Berlin (Stellvertreter) sowie Hermann Bade, Bad Bevensen; Johannes Binder (Initiator "Studiengang Gebäudehülle"), Robert Smejkal (Landesfachgruppenleiter Klempnertechnik Baden-Württemberg) und Leonhard Knobloch, Referent Klempnertechnik des ZVSHK. Ein gemeinsames Thema war beispielsweise der Studiengang Gebäudehülle. Die Suissetec ist ebenfalls interessiert, bei dessen Gründung mitzuwirken. Da es auch in der Schweiz seit geraumer Zeit Initiativen gibt, eine solche Hochschulausbildung einzurichten soll hiermit Spenglermeistern und Interessierten der Zugang zu einem zukunftssicheren und lukrativen Tätigkeitsgebiet in der Bautechnik geboten werden.
Den vollständigen Artikel lesen Sie in Ausgabe klempner magazin 3|2011.