Praxistag an der Spenglermeisterschule in Würzburg
Der Praxistag mit Arno Fell (5. v. rechts) und Gastgeber Philipp Herwerth (2. v. links) war für die Meisterschüler eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Location im Klempnermuseum sowie die spannende Betriebsbesichtigung mit Georg Lummel (links) gestaltete sich als perfekte Kombination. (Quelle: KlempnerMagazin)

Wissen

10. December 2021 | Teilen auf:

Spengler-Meisterschule Würzburg: Hightech im Museum

: Die theoretische Einführung des Vorbereitungslehrgangs an der Spengler-Meisterschule Würzburg ist absolviert, nun beginnen für 16 Meisterschüler die praktischen Elemente der Fortbildung. Zum Start erfreute Ausbildungsleiter Arno Fell seine Schüler des Lehrgangs 21/22 gleich mit einem spannenden Praxistag im nahegelegenen Karlstadt.

Die Spengler-Meisterschule Würzburg sieht sich als kundenorientiertes, überregionales Kompetenzzentrum für die Fort- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften. Interessierte Meisterschüler kommen überwiegend aus dem SHK-Spenglerhandwerk und vermehrt auch aus Zimmerer- oder Dachdeckerbetrieben. Eine gute Vernetzung mit Handwerk, Industrie, Forschung und Lehre sowie das modern ausgestattete Bildungszentrum bieten Fortbildungswilligen ein praxisnahes Angebot. Für die gute Vernetzung sorgt insbesondere Ausbildungsleiter Arno Fell, der sowohl für die Spengler-Meisterausbildung als auch für den überbetrieblichen Unterricht der Spengler-Lehrlinge zuständig ist. Als engagiertes Mitglied im bundesweit tätigen Arbeitskreis Ausbildung bietet er seinen Schülern stets auch die Gelegenheit, über den Tellerrand des Spenglers hinauszuschauen. Hierzu dienen Messeteilnahmen und Exkursionen unterschiedlicher Art.

Die Werkzeuge sind kompakt aufgebaut, sie sind leicht und liegen bequem in der Hand und liefern präzise Arbeitsergebnisse“, waren sich die angehenden Klempner-/Spenglermeister einig. (Quelle: KlempnerMagazin)

Elektrowerkzeuge im Praxistest

Highlight für die Meisterschüler des Lehrganges 21/22 war ein Praxistag der Firma Trumpf Elektrowerkzeuge im nahegelegenen Klempner- und Kupferschmiedemuseum in Karlstadt. Im theoretischen Teil des Exkurses informierte Gastgeber Philipp Herwerth, Leiter Vertrieb und Marketing Deutschland für das Geschäftsfeld Elektrowerkzeuge, über das Leistungsspektrum des Herstellers. Hierbei ging es um High-Tech-Blechbearbeitung von der Lasertechnik bis zum Trennen und Fügen von Blechen. Beim sogenannten TruTool Training stellte Philipp Herwerth in der Museumswerkstatt die verschiedenen Elektrowerkzeuge vor und zeigte den praktischen Einsatz inklusive des schnellen Wechsels der Verschleißteile und Werkzeugeinsätze. Verschiedenen Profilnibblern und Schlitzscheren setzten die Meisterschüler anschließend einem Härtetest aus. „Die Werkzeuge sind kompakt aufgebaut, sie sind leicht und liegen bequem in der Hand und liefern präzise Arbeitsergebnisse“, waren sich die angehenden Klempner-/Spenglermeister einig.

Klaus Siepenkort

Beim sogenannten TruTool Training konnten die Gäste die Werkzeuge testen (Quelle: KlempnerMagazin)

Blechumformung in Perfektion

Aufgrund der zahlreichen Anlagenvarianten für individuelle Kundenanforderungen und der Ausrichtung vieler Klempner-Fachbetriebe auf komplexe Gebäudehüllen sieht man die kleineren Baureihen immer häufiger auch in Klempner-/ Spenglerwerkstätten. Es ist kein Zufall, dass einer der modernsten Klempnerfachbetriebe seinen Sitz ausgerechnet in Karstadt hat. Denn einer der mittlerweile verstorbenen Gründer des Klempner- und Kupferschmiedemuseums, Heinz Lummel, war gleichzeitig auch Inhaber der Lummel GmbH und Co. KG. Das Unternehmen wird heute in dritter Generation von seinen Söhnen Georg und Stefan Lummel geführt. Es verfügt über Produktionsstätten mit modernster Maschinentechnologie für die Fertigung und Bearbeitung von Blechen und Metallprofilen aus allen gängigen Werkstoffen. Zum Maschinenpark zählt beispielsweise auch eine Trumpf Stanzmaschine TruPunch 5000. Spielfreie Antriebe erlauben eine hohe Achsbeschleunigung und Rotationsgeschwindigkeit der C-Achse. Sie ermöglicht somit die produktive Bearbeitung komplexer Konturen. Dank leistungsstarkem Hydraulikantrieb stanzt die Maschine mit bis zu 1.600 Hüben pro Minute.

Wie dies in der Praxis aussieht, durften die Schüler bei der interessanten Betriebsbesichtigung des Unternehmens erleben, zu der Georg Lummel die Meisterschüler eingeladen hatte. Er gab einen spannenden Einblick in das Unternehmen mit zurzeit 55 Mitarbeiten, darunter sechs Auszubildende und zwei Quereinsteiger aus dem Fahrzeug- und Maschinenbau. „Die Nachwuchsförderung ist uns sehr wichtig, da wir bei unseren zumeist sehr anspruchsvollen Projekten auf qualifizierte Facharbeiter angewiesen sind. Sie erhalten in ihrer eigenen abgeteilten Werkstatt zusätzliche Trainingseinheiten und werden damit auf ihre Prüfungen und den Klempneralltag bestens vorbereitet“, erklärte Georg Lummel. Die Referenzleiste des Unternehmens ist beeindruckend. Dort findet man die kompliziertesten Gebäudegeometrien mit unterschiedlichsten Verbindungssystemen und Metallen und Metalloberflächen. „Bei uns ist nichts von der „Stange“. Die Projektplanung einschließlich Statik und Einzelzulassungen unserer Systeme liegen in unserer Hand. Ziel ist es, die Gestaltungsideen der Architekten möglichst identisch umzusetzen und für alle Details, auch wenn sie noch so kompliziert sind, eine Lösung zu finden. Dazu entwickeln wir klassische Spenglertechniken weiter und verbinden handwerkliche Lösungen mit industrieller Perfektion“, beschreibt Georg Lummel die Firmenphilosophie.

„Der Praxistag mit der Firma Trumpf in Karstadt war eine rundum gelungene Veranstaltung -  für meine Schüler und auch für mich selbst. Die Location für den theoretischen und praktischen Teil im Klempnermuseum sowie die spannende Betriebsbesichtigung mit Georg Lummel war eine perfekte Kombination“, freut sich Ausbildungsleiter Arno Fell. „Das werden wir sehr gern in der Form und auch hier in Karlstadt wiederholen“, versprach Gastgeber Philipp Herwerth von Trumpf.

Meistervorbereitung in Würzburg

Die Vorbereitungskurse für den fachpraktischen Teil I und den fachtheoretischen Teil II der Meisterprüfung im Klempner-Handwerk finden jedes Jahr über den Jahreswechsel von November bis Ende April statt und schließen mit der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer für Unterfranken ab.

Spengler-/Klempner-Seminare

Die Meisterschule bietet in den Wintermonaten zudem eine Serie von Spengler-/Klempner-Intensiv-Seminaren an, die sich an Einsteiger und Profis richten. Einsteiger können dabei ihr Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten rund um Spengler- / Klempner-Arbeiten erweitern. Im Kurs "Alte Spenglertechniken" entwickeln Profis ihr Können beim Restaurieren, Rekonstruieren und freien Treiben von Blechen weiter. „Das Motto bei der Durchführung unsere Intensivseminare lautet: So wenig Theorie wie möglich, soviel Praxis wie nötig ", verspricht Arno Fell. Die Schulungen finden meist mehrtägig in Vollzeit in der Spengler-Meisterschule in Würzburg statt.

Weitere Informationen:

www.spenglermeisterschule.de

zuletzt editiert am 10.12.2021