Der Wohnungsverein Münster errichtete eine Siedlung im Passivhausstandard mit 39 Wohneinheiten. Lesen Sie, wie Klempnermeister Gerald Plenter die Energiekosten reduzierte und mit Kopfbauten aus Titanzink für Stille neben der Bahnlinie sorgte.
Im Sommer kühl, im Winter behaglich warm. Das ist das Prinzip der hochwärmegedämmten neuen Bauweise, die sich immer mehr durchsetzt. Deutschlandweit sind bereits über 10.000 Wohneinheiten in Passivbauweise errichtet worden. Die meisten als Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Mietwohnungen in Passivbauweise, das war nun etwas Neues für Münster. 15 Cent Heizkosten für den Quadratmeter Wohnfläche weniger Nebenkosten dürfte wohl kaum ein Mieter in der Domstadt bezahlen. Mit dem ersten Spatenstich Mitte 2009 begann der Wohnungsverein Münster von 1893 mit den Bauarbeiten einer neuen Wohnsiedlung, der Solarsiedlung am Wismarweg. Die Gebäude befinden sich in unmittelbarer Nähe der Bahnlinie, die das Ruhrgebiet und Hamburg verbindet. Die Solarsiedlung ist Teil des breit angelegten und vom Land NRW geförderten Projektes "50 Solarsiedlungen in NRW", das in der Arbeitsgruppe "Bauen und Wohnen" der Energieagentur NRW entwickelt und Ende der 1990er-Jahre gestartet wurde. Das Vorhaben soll die Möglichkeiten der Solarenergienutzung für die Wärme- und Stromversorgung von Gebäuden auf Siedlungsebene aufzeigen und dem solaren Bauen einen weiteren Impuls verleihen. Mittlerweile sind in NRW 32 Siedlungen mit etwa 3.300 Wohneinheiten fertiggestellt und weitere 19 Projekte werden aktuell gebaut. Mit 51 Projekten ist NRW somit europaweit Spitzenreiter in Sachen Solarsiedlungen.

Bei der Münsterschen Solarsiedlung handelt es sich um drei zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit Staffelgeschoss mit einer Gesamtwohnfläche von 3.337 Quadratmetern. Die insgesamt 39 Wohnungen von 47 bis 110 Quadratmeter sind sowohl für junge Familien als auch für Senioren attraktiv. Die Erdgeschosswohnungen sind barrierefrei ausgebildet. "Die ständigen Steigerungen der Nebenkosten haben zu der Überzeugung geführt, einen völlig neuen Weg zu beschreiten. Mit dem Passivhausstandard lassen sich die Heizkosten radikal reduzieren. Zudem bietet sich nach der neuen Heizkostenverordnung die Möglichkeit, auf eine individuelle Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten und den damit verbundenen hohen bürokratischen Aufwand zu verzichten. In der Summe biete dieses Konzept enorme Vorteile für alle Beteiligten", betont Bernd Sturm, Geschäftsführer des Wohnungsvereins.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie im klempner magazin 01|2011.