Eine Gebäudehülle komplett aus Metall? Für die Architekten Feldmeier + Wrede war dies genau die richtige Wahl bei der Planung des neuen Betriebsgebäudes am Schloss Homburg. Klempnermeister Wadenpohl sorgte für flache Verbindungen und versteckte Rinnen
Gelegen inmitten der Kulturlandschaft des Homburger Ländchens, beheimatet das Schloss Homburg kunst- und kulturhistorische sowie naturkundliche Sammlungen. Durch eine kontinuierliche Ausweitung des Angebots konnte sich das Museum mit 80.000 bis 100.000 Besuchern pro Jahr als ein wichtiges kulturelles Zentrum der Region etablieren. Allerdings standen bauliche und funktionale Mängel den Anforderungen an einen modernen Museumsbetrieb im Wege. Vor diesem Hintergrund baute der Oberbergische Kreis die Anlage aus, um neben dem reinen Museumsbetrieb weitere zeitgemäße Nutzungs- und Betriebszweige zu entwickeln. Gleichzeitig wurde eine enge Kooperation zum Projekt „Kulturlandschaft Homburger Ländchen“ etabliert, so dass auch die Erweiterung des Roten Hauses zu einem Landschaftshaus Gegenstand der Planungen wurde. Beim „Roten Haus“ handelt es sich um eine ehemalige Zehntscheuer. Darunter verstand man im Mittelalter ein Lagerhaus, in dem der „Zehnt“, eine Steuer in Form von Naturalien, aufbewahrt wurde. Das markante denkmalgeschützte Gebäude beherbergt heute einen gemeinnützigen Verein zum Erhalt der oberbergischen Natur- und Kulturlandschaft, der durch die Erweiterung zusätzliche Veranstaltungs- und Büroräume erhielt.
Lebendig gegliedert

Der umgesetzte Entwurf der PASD-Architekten Feldmeier + Wrede aus Hagen überzeugte mit seiner modern gestalteten Gebäudehülle, bei der die Architektursprache des historischen Gebäudes beibehalten wurde. Das Rote Haus ist in Grundriss und Querschnitt um rund 27 Meter verlängert. Neu- und Altbau sind mit einer verglasten Pfosten-Riegelkonstruktion, dem neuen Eingangsbereich, miteinander verbunden. Für die Gestaltung von Dach und Fassade wählten die Planer vorbewittertes Titanzinkblech im Farbton „Quartz“, da das Material bereits am Schloss Homburg eingesetzt wurde und damit als moderne Ergänzung, jedoch nicht als Kontrast zum denkmalgeschützten Bestand wirkt.
Uwe Nagel
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