Modern und mit vielen durchdachten Details gestalteten die Gebrüder Lüdi ihr neues Zweifamilienhaus inmitten der Wohnbebauung im schweizerischen in Siebnen. Die aus nachhaltigem Holzbau erstellte Tragstruktur verhüllten die diplomierten Spenglermeister vom First bis zur Fassadentraufe mit vorbewitterten Zinkrauten.
Neben ihrem repräsentativen Geschäfts- und Wohnhaus der Spengler- und Sanitär-Meister Karl und Ernst Lüdi befand sich ein kleines Grundstück mit einem alten „Einfamilienhüsli“. Schon seit langen reifte bei den beiden die Idee, dieses Grundstück neu zu gestalten, sobald es nicht mehr genutzt wird. In 2018, erst kurz bevor die beiden in den Ruhestand eintreten wollten, ergab sich dazu nun die Gelegenheit. Ein Haus mit optimaler Raumausnutzung und spenglertechnisch edlem Aussehen sollte es sein, mit dem sich von ihrer beruflichen Laufbahn verabschieden wollten und sich noch einmal handwerklich engagieren können.
Für die Umsetzung ihrer Pläne und für eine nachhaltige Bauweise vergab sie den Auftrag an die Casa-Vita / Frefel Holzbau AG in Mollis. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den modernen Holzelementbau und Gesamt-Dienstleistungsanbieter von der Architektur über die Bauleitung bis zur Montage ihrer Fertigbauten in Holzbauweise. „Die Vorteile des modernen Holzsystembaus sind vielfältig. Nach einer intensiven und genauen Planung werden die Holzelemente in unserem Werk unter günstigsten und trockenen Bedingungen vorgefertigt. In den Holzelementen sind bereits Leitungen, Fenster und teilweise auch Türen eingebaut.

Hinterlüftet konstruiert
Typischerweise waren Dachdeckung und Fassadenbekleidung nicht im Leistungspaket des Holzbauunternehmens enthalten, jedoch wurden der Konstruktionsaufbau, Details und Schnittpunkte gemeinsam geplant und abgestimmt. Dach- und Fassadenkonstruktion sind vollständig hinterlüftet.

Für die Bekleidung der Außenhülle des dreigeschossigen Gebäudes sollte ein einheitliches System, mit lebhaftem Falzbild jedoch ohne hervorstehende Falze zur Ausführung kommen. Gewählt wurde eine Rauten-Bekleidung, bestehend aus mittelgroßen, flachen Rechteckrauten mit einem Deckmaß von 32 x 60 cm, die im 2/3-Versatz verlegt wurden. Als Werkstoff kam vorbewittertes Titanzink in prePatina schiefergrau und 1,0 mm Blechdicke zur Ausführung. Die Rauten sind mit Umschlägen für den unterdeckenden und überdeckenden Einhang versehen, die ineinander gehakt werden.

Rauten mit Unterdach
Das Dach und die Geschossdecken entstanden in einer Holz-Beton-Verbundbauweise. Verwendet wurden dabei Brettstapel-Massivholz-Elemente, welche die hohen Anforderungen an den Schall- und Brandschutz erfüllen. Die Lasten im Bereich der Fensteröffnungen übernehmen Träger aus Furnierholz.
„Die verwendeten vorbewitterten Zinkrauten verleihen der Gebäudehülle von Anfang an eine edle, einheitliche und mit einer leichten Walzstruktur gezeichnete Oberfläche, in einem warmen schiefergrauen Ton. Die Oberfläche entwickelt sich durch die Bildung der Patina natürlich weiter und ist selbstreinigend. Da die Rautendeckung mit liegenden Einfachfalzen eingehängt sind, musste gemäß den geltenden Schweizer Normen für die gedämmte Hülle, ein dichtes Unterdach für „außergewöhnliche Beanspruchung“ und bei den Fassaden eine robuste Fassadenbahn eingesetzt werden. Um auf dem 45 Grad steilen Dach gut und sicher arbeiten zu können, verwendeten die Spengler spezielle Verlegehilfen, die an der Dachschalung befestigt wurden. Verlegt wurden die 2.200 Rauten in zwölf Arbeitswochen. Die Vorfertigung der Rauten sowie aller An- und Abschlussbleche erfolgte bei der Gabs AG.
Alle Partner sind mit der Zusammenarbeit und dem Bauergebnis des in rund dreizehn Arbeitswochen errichteten Bauwerks hochzufrieden.
VDSS
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KlempnerMagazin 01.20