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Alle Scharen laufen an den Sparrenköpfen zusammen. Die Herausforderung dabei war, den Falz auf engstem Raum zu schließen. Fotos: Robert-Mayer-Schule Stuttgart

Wissen 2015-09-15T00:00:00Z Wetterfest beim Grillspaß

Exkursionen und Projektarbeiten zählen mit zum Programmangebot des Meistervorbereitungskurses an der Robert-Mayer-Schule in Stuttgart. Im Juni unterstützen Schüler des diesjährigen Lehrgangs die Pfadfinder mit einem wetterfesten Metalldach für ihre neue Grillhütte.

Das Pfadfinderzentrum Schachen bietet mit Häusern und Zeltplatz den idealen Ausgangspunkt für Gruppenfreizeiten. Der rund 850 Meter hohe Schachen befindet sich, landschaftlich reizvoll gelegen, im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. In zwei getrennten Häusern stehen 46 Betten zur Verfügung. Der an die Häuser angrenzende etwa 10 ha große Zeltplatz bietet sowohl für kleinere Gruppen, als auch für Großlager mit bis zu 400 Personen genügend Fläche. Betrieben wird das Pfadfinderzentrum vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) mit rund 47.000 Mitgliedern.

Kurz vor Beginn der Ferienzeit feierte das Pfadfinderzentrum Richtfest für eine neue Holzjurte. Zimmererlehrlinge der Kerschensteinerschule Reutlingen hatten das Konstrukt zusammengebaut. Was noch fehlte, war eine geeignete Deckung für das komplexe, zeltförmige Dach – also genau die geeignete Projektaufgabe für die Meisterschüler der Robert-Mayer-Schule in Stuttgart. Bald nach dem Richtfest ging es auch gleich an die Arbeit.

Wasserdicht gefalzt

Die Pfadfinder hatten uns zunächst 3-D Daten der aufwendigen Holzkonstruktion zugesandt, die einer Pfadfinderjurte nachempfunden war. Wir Fachlehrer konnten hiermit das Aufmaß und den Materialbedarf ermitteln und in 2-D vorbereitende klempnertechnische Konstruktionsideen entwickeln. Das Richtfest nutzten wir zum Besichtigen der Dachkonstruktion und zur Kontrolle unserer zeichnerisch bemaßten Konstruktion. Den aufgesetzten Dachkranz und die zugehörige Rauchabzugshaube brachten uns die Pfadfinder für die weitere Bearbeitung zur Klempnerwerkstatt nach Stuttgart. Vor Ort hatten die angehenden Meisterschüler nach dem Aufbringen eines wasserdichten Enkolit-Unterdaches gemeinsam die Falzarbeiten ausgeführt – zwölf Ecken und 13 Meisterschüler – dass passte gut zusammen, und so wurde eine Unterrichtseinheit daraus kreiert.

Grillhütte 2
Die Sparrenkopfbekleidung wurde per Autocad schon in der Schule abgewickelt und anschließend exakt vorgefertigt. Ein treibwasserdichter Übergang von den Sparrenköpfen zur Deckung erfolgte mit einem angeformten Bleistreifen.

Da auf dem Schachen mit hohen Schneeeinwirkungen zu rechnen ist und unter dem Dach ein Pfadfinder-Lagerfeuer brennen soll, haben wir alle Falze mit Dichtband versehen und auch alle aufgehenden Anschlüsse rund ausgefalzt. So gab es keine Ausklinkungen, die bei Überflutung des Falzes möglicherweise kapillares Schmelzwasser ziehen. Selbst die Enkolitbeschichtung erhielt ein eingeklebtes Tropfblech. Die in unserer Werkstatt gefertigte bekleidete Abzugshaube musste „regelbar“ sein, wie bei den Jurten der Sioux-Indianer. Die Grillgäste können zwischen Rauchabzug und Speicherwärme entscheiden – mit Handbetrieb natürlich –, denn eine Regelstrecke mit Stellmotor hatten die Indianer ja auch nicht.

Hans-Peter Rösch/Daniel Wagner

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin 06.

zuletzt editiert am 15. April 2021
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