Metalldächer: Die vielfältige Dachlandschaft einer orientalischen Meervilla erhielt eine Schindeldeckung aus vorpatiniertem Kupferblech. Lesen Sie, wie die Firma HFS aus Baku 2.400 Quadratmeter Metalldachflächen für einen privaten Bauherrn realisierte.
Viel Sonne, etwas Wind, kaum Frost und selten Regen das sind die klimatischen Bedingungen am Standort einer Traumvilla am Meer. Die intensiv grünen, verwinkelten Sattel- und Kuppeldächer in unterschiedlichen Größen prägen das mit orientalischen Mustern verzierte Sandsteingebäude sehr kontrastreich. Beteiligt am Bau des neuen Wohnsitzes einer wohlhabenden Familie war die Firma HFS Int. Ltd., die für die Deckung der abwechslungsreichen Dachlandschaft mit vorpatiniertem Kupferblech zuständig war. Firmeninhaber Salim Isovski, der viele Jahre in Deutschland einen Klempner-Fachbetrieb führte, bearbeitet heute von seinem Stammsitz in Baku in Aserbaidschan Aufträge im gesamten osteuropäischen und asiatischen Raum nach deutschem Standard. Er nutzt dabei die aus dieser Zeit bestehenden Kontakte zu den international tätigen Hersteller- und Handelsunternehmen der Branche.
Für die Villa am Meer, mit einer Gesamtdachfläche von mehr als 2.400 Quadratmetern, realisierte das Unternehmen ein kleinteiliges Verbindungssystem, das sich mit seiner Form und der orientalischen Architektur in die Landschaft einfügt. Sowohl für die Kuppeln als auch für die Satteldachflächen führte Salim Isovski eine Kombination aus Schindel- und Stehfalzdeckung aus. Auf diese Weise erzielte er auf allen Dächern eine einheitliche Darstellung des Dachflächenrasters und durch die Stehfalze eine deutliche Prägung der Deckung. Anhand einer Präsentation verschiedener Musterflächen überzeugte der Metalldecker Architekt und Bauherrn von seinem System und konnte anschließend mit den Vorbereitungen für die Bauausführung beginnen. Um dabei möglichst wenig Verschnitt zu produzieren, wählte Isovski einen Schindelzuschnitt von 50 × 50 Zentimeter, der ein Regeldeckmaß von 43 Zentimeter Breite und 45 Zentimeter Länge ergab. Die Schindeln wirken somit, wie dies gewünscht war, nahezu quadratisch und der Fachbetrieb konnte die kostensparenden Standard-Tafelabmessungen des Herstellers von 3.000 × 1.000 Millimeter verwenden.
Mobil gefertigt, Zeit gespart
Die Fertigung sämtlicher "Scharenschindeln" erfolgte in der Baustellen-Klempnerwerkstatt, für die ein entsprechend großer Raum zum Stellen der Biegemaschinen und Tafelscheren sowie zum Lagern der vorpatinierten Kupfertafeln zur Verfügung gestellt war. "Da wir viele Fernbaustellen bearbeiten, sparen wir mit unserer mobilen Werkstatt sehr viel Zeit und Logistikaufwand. Bereits in der Angebotsphase handeln wir die entsprechenden Bedingungen aus, die wir für die Werkstatt, Materiallager und Diebstahlsicherung benötigen", erklärt Isovski.
Während sich ein Team bereits mit der Fertigung der Schindeln für die Satteldachflächen beschäftigte, montierte ein zweites Team die Unterkonstruktion, bestehend aus 22 Millimeter dicken Bausperrholzplatten. Die Mitarbeiter befestigten die Platten mit Edelstahlschrauben und Dübeln nach den statischen Angaben auf einem präzise erstellten und gut ausgeglichenen Betonuntergrund. Als Trennlage brachten sie eine wasserdichte, diffusionsoffene Unterspannbahn auf.
Da die Architektur des Gebäudes keine außen liegenden Dachentwässerungen vorsieht, wird das anfallende Niederschlagswasser über groß dimensionierte, hinter einem Gesims liegende Dachrinnen gesammelt und über ein Leitungssystem durch das Gebäudeinnere abgeleitet. "Etwa 150 Meter Lötnähte waren für den fachgerechten, wasserdichten Einbau der innen liegenden Rinnen notwendig, die wir ebenfalls aus patiniertem Kupferblech fertigten.

Gel für schöne Nähte
"Erschwerend dabei war, dass als Lötvorbereitung die Patinaschicht im Nahtbereich zunächst komplett entfernt werden musste. Um eine einwandfreie, stabile Lötnaht zu erzielen, verwendeten wir ein spezielles Flussmittel des Kupferherstellers und Lötzinn mit drei Prozent Kupferanteil. Das spezielle gelartige Flussmittel hat den Vorteil, dass es nur bei Hitze wirkt, und somit auch nur im Bereich der schmalen Lötnaht. Somit konnten wir die optisch nachteiligen Unterbrechungen der Lötnähte in der Patinaoberfläche minimieren", so Salim Isovski. Aufgrund der runden Form ordnete er im geringen Abstand von etwa fünf Metern Neopren-Dehnungsausgleicher an.
Nach dem Einbau Rinnen und Kehlen, die bei diesem Projekt einen bedeutenden Zeitaufwand in Anspruch nahmen, konnten zunächst die Satteldachflächen mit den vorbereiteten Schindeln gedeckt werden. Für die Bearbeitung der Kuppeln war es erforderlich, zunächst die Dachflächen aufzuteilen und eine Aufmaßliste für die Schindelfertigung zu erstellen.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in klempner magazin Ausgabe 3|2010.